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Profane Finality

Rezension - "Cryptic Mind"

Profane Finality - Cryptic Mind

Der Name "Profane Finality" wird dem Einen oder Anderen im musikalischen Zusammenhang nicht unbekannt sein. Der Titel "This Profane Finality" des Düster-Projekts Sopor Aeternus ist schließlich alles andere als ein unbekanntes Stück der Gothic-Szene. Eine Electro-Combo aus Leipzig um Maik, Benno und Stephan scheint sich bei der eigenen Namensgebung von diesem Titel beeinflusst haben zu lassen, denn die Grundstimmung ihrer Musik ist im Vergleich gar nicht so weit entfernt. Die Musik hingegen ist dagegen alles andere als vergleichbar. Dazu aber später mehr...

Mit dem aktuellen Album "Cryptic Mind" veröffentlicht das Trio nun nach zwei Demos ("Schmerz" und "Poisoned Lies"), einem Album ("Senses, Thougts & Visions") und einer EP ("(P)review) seinen zweiten Longplayer im Eigenvertrieb. Das bisherige Fehlen eines Labels ist wohl auch die Ursache, warum die Band noch eher unbekannt ist und als Geheimtipp gilt. Wobei aber zum Beispiel der Support für Welle:Erdball so Einiges dazu beigetragen haben dürfte, einige Hörer mehr zu gewinnen.

Mit dem neuen Album sind vor allem in punkto Soundqualität und Produktion einige Schritte nach vorn gemacht worden und aus älteren Stücken wie "Schmerz" oder "A.S.V." konnte man noch Einiges rausholen. Profane Finality bewegen sich im handfesten Dark-Electro-Bereich mit (glücklicherweise) nur wenig modifizierter Stimme. Wenn man Vergleiche heranziehen möchte, kann man entfernt einige Parallelen zu altem :Wumpscut: oder alten Terminal Choice ziehen. Speziell die teilweise sehr "direkten" und offensiven Texte (z.B. "Schmerz" oder "Enemy") hätten auch einem Werk aus dem Hause Rudy R. entstammen können. Anders als andere "Newcomer" (die Band möge mir diese Bezeichnung verzeihen), schaffen es Profane Finality, einen eigenen Stil zu entwickeln und auch aufrecht zu erhalten. Besonders hervorzuheben ist die markante Stimme des Sängers Maik: An manchen Stellen (vor allem in "Last Resort", "Memories" oder "Ich bin!") geht der Gesang richtig tief ins Mark. Man hört förmlich den Schmerz und das Herzblut, dass der Sänger in seine Musik legt. Und genau hier schließt sich der Kreis zu oben genannten Sopor Aeternus: Das Düstere, Verzweifelte und Depressive ist Kerninhalt bei beiden Projekte. Im Gegensatz zum Gothic-Pendant wird das Ganze bei Profane Finality stattdessen im tanzbar-elektronischen Gewand serviert. Dabei geht das Gros der Tracks gut ins Ohr und entwickelt sich zu wahren Ohrwürmern. Ganz besonders gut gelingt das in "Last Resort", "A.S.V" und "In Lockstep", wobei letzterer für mich das Highlight des Albums der Platte ausmacht.

"Cryptic Mind" ist ein grundsolides Electro-Album geworden, dass es wirklich verdient, gehört zu werden (speziell auch von dem ein oder anderen Label). Mit einer Plattenfirma im Rücken und steigendem Bekanntheitsgrad kann man Profane Finality eine rosige Zukunft prophezeien. Die Band steckt viele Bands der aktuellen Musiklandschaft in die Tasche und zeigt, dass härtere elektronische Musik auch Niveau haben und abwechslungsreich sein kann.
Zahlreiche Hörproben finden sich auf der hier verlinkten myspace-Seite und der Homepage der Band. "Cryptic Mind" sowie diverser Merchandise können hier erworben werden.

 


 

Veröffentlichungstermin: 23. Dezember 2009
Label: Eigenvertrieb
Genre: Dark-Electro

 

[U]-Wertung:  

8 von 10Leserwertung: 6 aus (2) Stimmen

 


Quelle:   http://www.uselinks.de